re:cap

Der erste Entwurf für diesen Eintrag zur re:publica ist erst mal in den Müll gewandert. Weil ich über diese Konferenz rund um soziale Medien und digitale Gesellschaft in Berlin ziemlich kritisch-depressiv reflektiert habe. In meinem Studium musste ich sehr viel reflektieren. Das lassen wir jetzt lieber. Stattdessen berichte ich von den Highlights meiner Klassenfahrt zu dieser bunten, lustigen, zum Teil aber auch ernsten Konferenz mit dem schönen Motto INTO THE WILD – erinnert ein wenig an unseren neuen Birkenwald, ne?!

INTO THE WILD

Das Staraufgebot schlechthin auf der re:publica, das auch Nicht-Medien-Menschen erkannten: David Hasselhoff!

The Hoff!

Mit welcher Firma er eigentlich da war, weiß keiner mehr – irgendwas mit Freiheit im Internet. Egal, Hauptsache er hat „Looking for Freedom“ gesungen.

Looking for freedom

Der gemeine re:publicaner, der zwischen Popkultur und Anti-Haltung hin- und her gerissen war, fand dieses offenkundige PR-Scharmützel für einen angeblichen Wohltätigkeits-Akt irgendeines Unternehmens einerseits verwerflich, anderseits aber doch amüsant. Schließlich reden wir hier von Knight Rider! Ob The Hoff wieder einer Mauer mit seinem Gesang niederreissen kann à la 1989, ist fraglich.
Dann kommen wir auch schon in die Nerd-Ecke. Denn wer außer der vielzitierten, nie gesichteten Netzgemeinde kennt schon Sascha Lobo? Doch für die re:publica ist Papa Lobo Tradition und anders als letztes Jahr hat er auch wirklich was zu sagen in seiner Rede zur Lage der Nation: Das Internet kann noch so süß mit Katzenvideos oder dunkel wie das Deep TV sein, wenn man in der realen Politik keine (anderen) Fakten schafft, ändert sich auch in der virtuellen Realität nichts.
Endlich mal klare Worte. Was genau man aber jetzt machen soll… Reicht wohl nicht mehr, einfach nur einen Blog zu schreiben. Mist.

Papa Lobo

Und sonst so?

Kate Miltner beruhigt: Smartphones zerstören nicht unsere Beziehungen
– Aber ein wenig Nicht-Nutzung könnte nicht schaden, oder? Look up!
– „Kann man sich heutzutage denn noch trennen, ohne sich vorher eine Social Media Strategie ausgedacht zu haben?“ – Lustig-ernste Überlegungen zum Entlieben in Zeiten des Internets
– Mit den Mantras „Stay put“ und „Don’t believe the hype“ wäre man in der Arbeitswelt heutzutage und überhaupt besser dran, sagt Holm Friebe mit seiner Steinstrategie (wirklich sehr überzeugend!)

Parkinsons Gesetz

– Roboter auf dem Vormarsch: Wie sicher ist der eigene Job vor der Übernahme von Robotern?
– Ein Zwölfjähriger klickt ein bisschen auf Facebook rum und die Netzgemeinde dreht durch: Lorenzo Tural Osorio – Zahnbürste oder Longboard

Lorenzo rockt

Dildo selbst gemacht.
– In diesem Sinne: Sex geht immer! Eine feministische und doch wenig moralisierende Sicht auf Sex im Internet tut aber auch ganz gut: Beyond Porn oder Die digitale sexuelle Revolution inkl. Journelle’s Linkliste
– und natürlich eine Menge lustige Videos, z.B. Ameowdeus und DER Sommerhit schlechthin Summertime is great

Außerdem dabei:

Popkultur-Kekse…

Stärkung!

… lustige Dinge, die nichts mit Medien zu tun haben, aber eine hübsches Mitbringsel für den Bruder geben… 

Süßes Mitbringsel

… wahre Worte einer Katze …

True speakin', kitty

… und einer verzerrte Sicht auf die Dinge.

Vor dem Verzerrspiegel

Nun doch noch zur Reflexion, denn was wäre ein Blogeintrag ohne Meinung?

Die vielzitierte Politik und Kritik bzgl. NSA, Späh & Co. hab ich in den Vorträgen nicht wirklich gefunden, auch wenn die Ambitionen der Macher mit dem diesjährigen Motto INTO THE WILD und den vielen netzpolitischen Panels zwar durchaus hoch gesteckt waren. In Endeffekt zahlen aber die Leute viel Eintritt, um dann drei Tage lang auf ihr Smartphone zu starren, wie ein Bekannter das so schön formuliert hat.

#rp14

Das klingt jetzt alles ein wenig enttäuscht und frustriert. So war die re:publica eigentlich gar nicht. Doch wenn ich jetzt versuche, „Die Konferenz. Das Ereignis“ zusammenzufassen, fällt es mir doch recht schwer, den Vibe richtig zu beschreiben, jetzt, da man wieder zu Hause ist und sich zu erinnern versucht: Was bleibt denn wirklich? Geändert hat sich für mich nämlich nicht viel.

Bereut hab ich den Besuch trotzdem nicht, dafür sind zum einen Klassentreffen und zum anderen die Festival-Stimmung viel zu gut. Doch so richtig wild waren die Themen meiner Meinung nicht, naja, viel eher: nicht nachhaltig. Wenn man in einem Vortrag auf der Konferenz sitzt, ist noch alles aufregend und wichtig. Wenn man nicht gerade zu sehr damit abgelenkt ist, den besten unter den nächsten Vorträgen in der App ausfindig zu machen, die Klassenkameraden zu suchen oder intelligente Sprüche zu twittern.
Vorsatz für nächstes Mal: wenige ist mehr. Vorträge gezielt aussuchen, zuhören und nicht nebenbei mit dem Smartphone spielen. Und hinterher: Machen! Egal ob einen 3D-geprinteten Dildo oder eine Petition mit The Hoff.

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